[Rezension] The Hate U Give



Titel: The Hate U Give
Autorin: Angie Thomas
Verlag: cbt
Genre: Jugendroman
 ISBN: 978-3-570-16482-2
Seiten: 510
Preis: 17,99€


Hardcover. Erschienen am 24.07.2017

Die 16-jährige Starr lebt in zwei Welten: in dem verarmten Viertel, in dem sie wohnt, und in der Privatschule, an der sie fast die einzige Schwarze ist. Als Starrs bester Freund Khalil vor ihren Augen von einem Polizisten erschossen wird, rückt sie ins Zentrum der öffentlichen Aufmerksamkeit. Khalil war unbewaffnet. Bald wird landesweit über seinen Tod berichtet; viele stempeln Khalil als Gangmitglied ab, andere gehen in seinem Namen auf die Straße. Die Polizei und ein Drogenboss setzen Starr und ihre Familie unter Druck. Was geschah an jenem Abend wirklich? Die Einzige, die das beantworten kann, ist Starr. Doch ihre Antwort würde ihr Leben in Gefahr bringen...

"Wozu hat man eigentlich eine Stimme,
wenn man in den entscheidenden Momenten schweigt?"

Das Cover ist ziemlich schlicht gehalten und doch ansprechend.
Es ist ein schwarzes Mädchen abgebildet, dass ein Schild mit dem Buchtitel hochhäldt. Alles herum ist weiß. Der Fokus ist deutlich gesetzt.
Auch ohne Umschlag ist das Buch ganz weiß. Wirklich schön.

Der Schreibstil ist wirklich gewöhnungsbedürftig.
Es ist wirklich sehr umgangssprachlich und ziemlich viel Jugendsprache.
Natürlich ist er auch an die Lebensumstände in den Gebieten angepasst, hat aber an vielen Stellen das Buch einfach etwas zerstört und wirklich anstrengend zum Lesen gemacht.
Gegen Ende wurde es etwas besser, aber dennoch hat mir der Schreibstil nicht zugesagt.

Die Charaktere waren teilweise wirklich anstrengend. 
Besonders Starr. Sie wirkt am Anfang wie so ein kleines verzogenes Mädchen. Wie sie redet, wie sie denkt, immer mit ihrem 'Boyfriend'. Das strikte Trennen ihrer zwei Welten.
Am meisten hat mich gestört, dass sich sich selber in diese schwarze Opferrolle gedrängt hat. Leider ist es so, dass es viel Rassismus gegen Schwarze gibt, aber hier wirkte es oft so, als würden sie sich mutwillig in diese Rollen drängen.
Starr durfte ruhig etwas gegen Schwarze sagen und irgendwelche komischen Kommentare abgeben, aber sobald es einer ihrer weißen Freunde macht, ist sie nur beleidigt.
Unsympathisch und nicht überzeugend.

Ein wirklich interessantes Buch mit einer wichtigen Botschaft, dass sich aber leider oft in unsympathischen Charakteren und zu vielen Details verliert.

Das Buch wurde im englischsprachigen Raum schon so gehypte und diese Welle griff jetzt auch auf Deutschland über. Darum musste ich das Buch unbedingt lesen, denn ich wollte wissen, ob der Hype verdient ist. 
Ich habe es zusammen mit meiner lieben Marina gelesen. Sie ist auch Bloggerin und ihren Blog findet ihr hier.

Ich muss sagen, der Hype ist teilweise verdient.
Die Thematik ist ohne Frage wirklich wichtig und es ist schrecklich, dass solche Vorfälle heute noch passieren.

Aber die ersten 200 Seiten waren wirklich schrecklich.
Am Anfang wird direkt Khalil erschossen, aber dann verliert sich die Geschichte etwas.
Es gibt zu viele Details, zu viele Dramen zwischen Freunden, die wirklich nicht hätten sein müssen. Dazu die unsympathische Starr, die immer nur schlecht gelaunt ist und alles als persönlichen Angriff wertet. 

Nach 200 Seiten wird es dann richtig gut. Starr findet ihre Stimme und sie beginnt etwas zu tun, um Gerechtigkeit für ihren erschossenen Freund Khalil zu bekommen.
Man fiebert wirklich mit, ist schockiert und ergriffen.
Besonders schockierend sind die geschilderten Szenen am Ende, wo es zu Straßenkämpfen und Randalen kommt.
Das ergreifende hier ist, dass es keine fiktiven Szenarien sind, sondern, dass sie so auch heute noch auf den Straßen der Welt stattfinden.

T-H-U-G-L-I-F-E
The Hate U Give Little Infants F***s Everybody

Am Ende kommt die Botschaft des Buches richtig gut heraus und bringt einen auch zum Nachdenken.
Es sollten so viel weniger Vorurteile und so viel weniger Rassismus auf der Welt herrschen.
Die Stimme ist eine Waffe und wir Menschen sollten anfangen sie zu nutzen, anstatt von richtigen Waffen.

Fazit:

Ein gutes Buch, eine wichtige Botschaft, aber leider viel Drama, wo keins nötig wäre und eine unsympathische Hauptprotagonistin.


Vielen Dank an den cbt Verlag und das Bloggerportal für die Zusendung des Rezensionsexemplares.

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